Braunschweig wirklich familienfreundlich?
09. April 2008Mit Enttäuschung hat Manfred Pesditschek, SPD-Fraktionsvorsitzender, auf die Mehrheitsentscheidung des Verwaltungsausschusses reagiert, die geplante neue Kindertagesstätte in Volkmarode nicht dem Bedarf entsprechend zu bauen.
Bekanntlich plant die Stadt Braunschweig in Volkmarode den Bau eines neuen Kindergartens, um die Mangelsituation bei der Kinderbetreuung in diesem Stadtteil zu entschärfen. Leider sieht die Planung zunächst nur den Bau von zwei Gruppenräumen vor. Alle Fachleute, Eltern und Betreuungskräfte sind sich darin einig, dass ein Bau in dieser Größe nicht dem Bedarf entspricht. Außerdem kann das Ziel nicht erreicht werden, die Situation für die Kindergartengruppe zu verbessern, die derzeit noch im St. Thomas-Kindergarten unter unzulänglichen räumlichen Bedingungen untergebracht ist. Daher haben Jugendhilfeausschuss und Bezirksrat mit Mehrheit gefordert, den Bau als dreigruppigen Neubau durchzuführen. Die SPD hat diesem Kompromiss ebenfalls zugestimmt, obwohl es nach ihrer Auffassung pädagogisch sinnvoller und wirtschaftlich erheblich günstiger wäre, das Vorhaben von vornherein auf vier Gruppen - drei Kindergruppen und eine Krippengruppe – auszurichten. Leider ist die Mehrheit im Verwaltungsausschuss der Vorlage der Verwaltung gefolgt. Das bedeutet: Hier wird wieder ein Neubau errichtet, dessen Kapazität nicht ausreicht. In Kürze muss erweitert werden. Das kostet deutlich mehr, als von vornherein bedarfsgerecht zu bauen, bringt in der Bauzeit zusätzliche Belastungen für die die Kinder und die Betreuer und verschiebt eine Verbesserung der Verhältnisse im St Thomas-Kindergarten in ferne Zukunft.
Ein solcher Bau in Raten wurde ja auch schon in Lamme durchgeführt. Soll diese aller Vernunft widersprechende Vorgehensweise in Braunschweig jetzt zur Regel werden?
Wie blanker Hohn muss es dann für Eltern klingen, wenn in der Verwaltungsvorlage steht: „Die kinder- und familienfreundliche Stadt ist das erklärte Generalziel der Stadt Braunschweig, um den Standort Braunschweig für junge Familien attraktiver zu machen“. Dieses Ziel erreicht man nicht durch schöne Reden und wohlfeile Sprüche, sondern durch Taten. Das hat die Mehrheit im Verwaltungsausschuss heute leider wieder einmal versäumt.
Manfred Pesditschek
Fraktionsvorsitzender









